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Audio-Slideshows – die neue Art zu erzählen

25. Januar 2012 by heinrichkeit

Von Linda Heinrichkeit

Beginnt man einmal, sich eine Audio-Slideshow anzusehen, kann man nicht aufhören. Entweder man möchte dieselbe immer und immer wieder sehen oder man klickt sich durch die Welt der Slideshows, diese ruhige, behäbig Welt, die es vermag, mit Hilfe von Fotos Atmosphäre herzustellen, Gefühle zu erzeugen und einen völlig in sich ruhen zu lassen.

Audio-Slideshows sind eine neue journalistische Darstellungsform, die im Onlinejournalismus genutzt wird. Sie bestehen aus einer Reihe von einzelnen Bildern in Verbindung mit einer Tonspur, die sich aus Sprechertext, Musik, atmosphärischen Geräuschen und O-Tönen zusammensetzen kann. Der Vorgänger der Audio-Slideshow ist die Tonbildschau, bei der mit Hilfe mehrerer Projektoren Dias vorgeführt und gleichzeitig Tonträger abgespielt wurden. Auch dabei wurden schon Effekte wie Überblendung oder Ein- und Ausblendung genutzt.

Die Möglichkeiten der Audio-Slideshow

Audio-Slideshow sind eine neue Möglichkeit, Geschichten zu erzählen, Menschen nah zu bringen, Gefühle zu übermitteln. Anders als beim Video wird eine Geschichte nicht eindeutig dargestellt, der Zuschauer soll sie auf Basis der Bilder weiterdenken. Die Worte des Sprechers unterstützen die Interpretation und lassen trotzdem noch Spielraum für unterschiedliche Interpretationswege.

Oft werden Audio-Slideshows genutzt, um Menschen zu porträtieren. Die Abfolge von Fotografien ist ruhiger als ein aktives Video, es ist leichter, Atmosphäre herzustellen.  Die New York Times zeigt in ihrer Reihe „One in 8 Million“ die Geschichte einzelner Bewohner von Big Apple.

 

Mehrere deutsche Tageszeitungen haben das Prinzip aus den USA übernommen. So porträtiert der Tagesspiegel die Bewohner Berlins, ähnlich dem Konzept der New York Times.

Die Geschichte von Karl-Heinz Bennecke erzählt er selbst. Die Bilder unterstützen seine Worte, vielleicht ist es auch andersherum. Mit Hilfe von Ton, der in der Werkstatt aufgenommen wurde, lässt die Audio-Slideshow die Umgebung lebendig wirken und zeigt Handlung, bzw. lässt sie im Kopf des Zuschauers entstehen. Aufgrund der ruhigen Stimme und der langsamen Schnitte entsteht eine entspannte Atmosphäre; der Betrachter hat das Gefühl, dem alten Mann sehr nah zu sein.

Eine andere Art der Audio-Slideshow ist die von George Steinmetz mit dem Titel “African Air

Steinmetz stellt nicht den Menschen in den Vordergrund, sondern den afrikanischen Kontinent. Er zeigt beeindruckende Naturaufnahmen und erzählt über seine Erlebnisse in Afrika, wie er die Fotos geschossen hat, welchen Menschen er begegnet ist. Er verwendet an einigen Stellen auch Videoaufnahmen, um seine Eindrücke zu verdeutlichen – ein mögliches, aber nicht nötiges Mittel einer Audio-Slideshow. Zudem tritt er doppelt in Erscheinung: Als Erzähler im Hintergrund und als Interviewter, der auch auf dem Video zu sehen ist.

Die Philosphie

Die Fotografie, auf der Audio-Slideshows basieren, ist eine stumme Kunst. Durch den Ton und durch die Bewegung der Bilder bei der Slideshow werden sie lebendig. Die Philosphie, die hinter den Slideshows steckt, ist, dass Atmosphäre aufgebaut werden soll – mit Hilfe von eingefangenen Momenten, die Emotionen übermitteln. Sie sind passend für nachdenkliche Themen oder auch für die langwierige Begleitung einer Person oder einer Thematik.

 

 


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