Urban Legends: Unter dem Bett

Oftmals sind sie faszinierend und angsteinflößend, manchmal auch nur vollkommen absurd. Dennoch bringen sie uns dazu, den Atem anzuhalten: Urban Legends. DIGGER veröffentlicht jeden zweiten Montag eine Story, die Ihr nach Gruselfaktor und Wahrheitsgehalt bewerten könnt.

Als das junge Ehepaar auf der Route 66 unterwegs war, kam es zu einem fürchterlichen Unwetter. Die beiden hielten es für vernünftiger, nicht weiterzufahren, und suchten sich ein günstiges Motel. Da sich viele Reisende ebenfalls dazu entschieden, die Nacht über lieber nicht weiterzufahren, hatten die beiden großes Glück, als sie in das letzte verfügbare Zimmer einchecken konnten.

Der freundliche Mann an der Rezeption schloss dem Paar das Zimmer auf und verschwand gleich darauf wieder. Als die beiden in das Zimmer traten, stieß ihnen ein muffiger Geruch entgegen. Aus diesem Grund öffneten sie, trotz des stürmischen und regnerischen Wetters, sofort das Fenster. Das Zimmer war nicht schön, aber für eine Nacht völlig ausreichend. Und der Geruch habe sicher etwas mit den alten Vorhängen und Teppichen zu tun, dachten sich die beiden.

Aufgrund des Unwetters wachte die Frau immer wieder auf und entschied sich daraufhin, das Fenster wieder zu schließen. Als die beiden am nächsten Morgen aufwachten, hing ihnen schon wieder dieser grauenhafte und nun unerträglich gewordene Geruch in der Nase. Da die beide es unter diesen Umständen unzumutbar fanden, die nächsten Gäste auch dort übernachten zu lassen, wandten sie sich an den freundlichen Herrn an der Rezeption und baten ihn, das Zimmer einmal gründlich zu untersuchen.

Als er das Zimmer betrat, musste er dem Paar Recht geben und ihm wurde prompt kotzübel. Um der Sache endgültig auf den Grund zu gehen, fingen alle drei an, die Quelle des Gestanks zu suchen. Sie schauten in dem kleinen Bad, in dem Kleiderschrank, unter dem Bett und hinter den Vorhängen nach. Inzwischen waren sich alle sicher, es könne sich nur um ein totes Tier handeln. Noch nie hatte einer von ihnen so etwas Furchtbares gerochen.

Nach einer Weile fiel dem Rezeptionist ein, dass sich unter dem Bett ein Bettkasten befand, an den man nur heran kam, wenn man die Matratze anhob. “Dies ist die letzte und auch logischste Möglichkeit”, sagte er. Daraufhin packte er die Matratze und hob sie an. Das, was dort zum Vorschein kam, war nicht ein totes Tier, wie alle vermutet hatten, sondern eine schon seit einiger Zeit verwesende Leiche.

Foto: Claudia Alves de Castro